Call of Duty: Warzone muss mehr wie Fortnite werden

Warzone ist großartig, könnte aber trotzdem etwas von Fortnite lernen.



An alle, die gerade wütend in die Tasten hämmern und einen Kommentar schreiben wollen: Halt, Stopp, lasst mich ausreden! Ich weiß, Call of Duty: Warzone punktet als Spiel gerade da, wo es sich vom bunten Fortnite (und der übrigen Konkurrenz) abhebt. Der Battle-Royale-Modus war in vielerlei Hinsicht ein genialer Schachzug von Entwickler Infinity Ward

Zum einen ist er gratis und damit auch für alle spielbar, die Modern Warfare nicht besitzen - eine gute Idee, wie 15 Millionen Spieler in fünf Tagen zeigen. Zum anderen würzt er das Battle-Royale-Genre mit neuen und spannenden Spielmechaniken. Der Gulag gibt mir nach dem Tod zum Beispiel die Chance, ins Match zurückzukehren, kein lästiges Inventar-Management raubt mir wertvolle Zeit und sogar endgültig tote Kameraden lassen sich ins Leben zurückkaufen

Und natürlich sind alle Erfolge auch mit dem Hauptspiel verknüpft, was Modern Warfare so ein bisschen zum aktuellen Rundum-Sorglos-Paket für Shooter-Fans macht. Es gibt allerdings etwas, das sich der neue Stern am Battle-Royale-Himmel Fortnite abschauen sollte. Ich rede vom Storytelling.

Kein Spiel für jeden, aber eine Geschichte für alle

Fortnite schafft, was kaum einem Multiplayer-Shooter gelingt. Es bringt die Spieler zum gemeinsamen Grübeln und Theorien Spinnen. Mit jeder neuen Season wirft Fortnite Mysterien, Geheimnisse und Fragen in den Raum, auf die die Community Antworten sucht.

Epics Online-Hit ist vielleicht kein Rätselspiel, fängt genau diesen Charme aber ein. Zusätzlich macht Fortnite selbst die Spieler neugierig, die eigentlich gar nichts damit am Hut haben - mich zum Beispiel. Mir könnte der quietschbunte Battle Royale nicht egaler sein. Trotzdem finde ich es spannend, wenn von geheimen Raketen-Codes die Rede ist, Rissen im Himmel, Meteoriteneinschlägen, die Teile der Karte pulverisieren oder gar gigantischen Burgern, die einfach irgendwo in der realen Welt auftauchen. Epic erzählt so eine dynamische Geschichte um einen eigentlich starren Modus. Kein Wunder, dass Apex Legends sich hiervon inspirieren lässt und mit jeder Season ebenfalls das hauseigene Storytelling vorantreibt.


Die Bunker in Warzone könnten etwas Großes einleiten

Auch beim Blackout-Modus von Call of Duty: Black Ops 4 gab es bereits Map-Änderungen nach dem Launch. Die erzeugten aber zu keiner Zeit dieselbe Wirkung wie bei Fortnite - allein schon, weil Blackout nicht kostenlos spielbar ist. Aber auch die großen Hinweise und Theorien fehlten: Spieler freuten sich über neue Areale, mehr allerdings auch nicht.

Bei Warzone deuten die Entwickler über mysteriöse Bunker-Türen nun an, dass hier mehr geplant sein könnte. Spieler versuchen bereits, die verschlossenen Räume über Keypads, Telefone oder Computer auf der Karte zu öffnen, bislang ohne Erfolg. Vielleicht verbirgt sich dahinter nur ein Easter Egg oder ein bisschen Loot. Viel spannender wäre aber, wenn Infinity Ward das ganze zu einem großen Event ausweitet, das tatsächlich eine Geschichte rund um die Bunker erzählt.

Modern Warfare verfolgt diesen Ansatz in Teilen ja bereits. Der Koop-Modus SpecOps versteht sich als Fortsetzung der Kampagne, führt altbekannte Figuren wie Kamarov oder Al-Asad ein. Auch im Multiplayer erzählt jeder Operator durch die eigene Biographie eine kleine Geschichte - dass Ghost jetzt ein spielbarer Charakter in Season 2 ist, knüpft am Cliffhanger der Singleplayer-Kampagne an. Hier sollte Warzone unbedingt einen sinnvollen Platz finden - und sich den Weg dahin von Fortnite abschauen.


Quelle: https://www.gamestar.de/artike…tnite-werden,3355605.html

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